Mietpreisbremse – Ein Segen oder Fluch?

9. März 2015 | Von | Kategorie: Mieter - Rechte und Pflichten

Sie befinden sich hier:

Empfehlung …

Ob das ein guter Tag für die Mieterinnen und Mieter in Deutschland war, wird sich in den kommenden Monaten herausstellen. Der Deutsche Bundestag hat die Mietpreisbremse und das Bestellerprinzip im Maklerrecht beschlossen.

Für laufende Mietverträge gibt es bereits gesetzliche Einschränkungen, die den Anstieg der Nettokaltmieten begrenzen. Diese gesetzlichen Schranken gelten aber nicht für die Wiedervermietung von Wohnungen. Vermieter können so gesehen bei einem Mieterwechsel die Miete faktisch frei festlegen.

Die Top-Kandidaten für die Mietpreisbremse:
(Mietpreissteigerungen zwischen 2009 und 2014)

  1. Berlin (48 Prozent)
  2. Dresden (23 Prozent)
  3. Frankfurt am Main (21 Prozent)
  4. Köln (21 Prozent)
  5. München (21 Prozent)
  6. Hamburg (20 Prozent)
  7. Düsseldorf (18 Prozent)
  8. Nürnberg (17 Prozent)
  9. Hannover (17 Prozent)
  10. Stuttgart (16 Prozent)

Datenbasis für die Berechnung der Mietpreissteigerungen waren 80.000 Angebote, die im 1. Quartal 2009 und im 1. Quartal 2014 auf immowelt.de inserierte wurden.

Zukünftig gibt es auch bei der Wiedervermietung von Mietwohnungen eine Preisobergrenze. Die Miete darf nicht mehr als 10 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. In diesem Zusammenhang gibt es allerdings eine Begrenzung: Der Vermieter muss die Miete nie senken. Er kann demnach unabhängig von der Vergleichsmiete immer wenigstens die Miete beanspruchen, die er auch vom Vormieter bekommen hat. Damit der neue Mieter prüfen kann, ob der Vermieter die Begrenzung einhält, gewährt ihm das Gesetz einen Auskunftsanspruch: Der Vermieter muss ihm auf Anfrage die Miethöhe des Vormieters kundgeben.

Mietpreisbremse

Unzählige Großstädte haben sogenannte qualifizierte Mietspiegel, die nach wissenschaftlichen Grundsätzen erstellt worden sind. Sie sind in der Regel auch online erreichbar. Mit Hilfe dieser Mietspiegel kann man die ortsübliche Vergleichsmiete für jede Mietwohnung ermitteln. In den meisten der kleineren Städte, in denen die Mietpreisbremse gültig sein wird, gibt es ungeachtet dessen einfache Mietspiegel, die man zu Rate ziehen kann.

National sind die Mieten im Jahr 2013 lediglich um 1,3 Prozent gestiegen, die Teuerung lag damit sogar unter der allgemeinen Inflationsrate. Die Bundesregierung geht davon aus, dass gut vier der 21 Millionen deutschen Mietwohnungen in „angespannten Wohnungsmärkten“ liegen. Wer in diesen Gebieten einen neuen Mietvertrag abschließt, profitiert künftig von der Mietpreisbremse. Bundesjustizminister Heiko Maas rechnet damit, dass dies jährlich 400 000 Mieter sein werden. Wir können gespannt drauf sein:)

Mietpreisbremse - Risiken von Städten

Durch die Mietpreisbremse wird die Anstieg der Neumieten begrenzt. Da diese Neumieten auch in die Berechnung der Mietspiegel eingehen, werden die ortsüblichen Vergleichsmieten aller Mietwohnungen nicht mehr so schnell steigen.

Bisher wird der Immobilienmakler in der Regel vom Eigentümer beauftragt, bezahlen musste ihn aber der interessierte Mieter. Dies soll sich ändern! Künftig gilt das sogenannte Bestellerprinzip. Der Immobilienmakler muss also von dem bezahlt werden, der ihn beauftragt hat. Dazu soll das „Gesetz zur Regelung der Wohnungsvermittlung“ geändert werden. Darüber hinaus sollen alle Vereinbarungen, mit denen die Zahlungspflicht zu Unrecht auf den Mieter abgewälzt wird, für nichtig erklärt werden. Das Bestellerprinzip gilt jedoch nur bei der Vermietung von Mietwohnungen. Beim Verkauf von Wohnungen ändert sich weit und breit nichts.

Mietpreisbremse - Maklerkosten und wer zählt diese

Quellen der Grafiken: sueddeutsche.com und welt.de

Svenna
Folgt mir...

Svenna

Ich bin ein Überzeugungstäter und möchte anderen Mietern und Vermietern mit meinen Seiten helfen.
Svenna
Folgt mir...

Letzte Artikel von Svenna (Alle anzeigen)


Schlagworte: , , , ,

2 Kommentare auf "Mietpreisbremse – Ein Segen oder Fluch?"

  1. Alfred M. sagt:

    Vielen Dank für diesen ausführlichen Beitrag. Die qualifizierten Mietspiegel werden auf den großen Immobilienportalen (z.B. Immoscout24 etc.) mittlerweile sogar schon als visueller Balken eingeblendet. Da sieht man sofort, ob die Miete oberhalb oder unterhalb des Mietdurchschnitts in dem jeweiligen Stadtteil rangiert. 😉

    In diesem Zusammenhang ist auch folgendes interessant:

    Wer eine Wohnung gemietet hat, welche unter die Mietpreisbremse fällt, kann vom Vermieter Auskunft über die Miete des vorherigen Mieters verlangen und bei Verstößen gegen die Mietpreisbremse ggfs. klagen:

    http://www.experten-branchenbuch.de/ratgeber/mietpreisbremse-welche-tipps-gibt-es-fuer-mieter

    Trotzdem habe ich das Gefühl, dass die Mietpreisbremse irgendwie unausgegoren ist und ich kann auch Vermieter verstehen, die sich nicht bei den Vermietungspreisen hineinreden lassen möchten. Schließlich ist es ihr Eigentum, was vermietet werden soll und in einer freien Marktwirtschaft sollte jeder selbst über die Vermietungshöhe entscheiden können.

  2. Thomas sagt:

    Die Meinungen zur Mietpreisbremse sind schon sehr unterschiedlich, dennoch glaube ich, dass der Grundgedanke schon richtig war. Bleibt abzuwarten, ob sich das ganze auch tatsächlich umsetzen lassen wird.